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Steht euer Baum noch?

Schon 2. Januar. Was für ein schöner Baum! Wir haben ihn aus einer Weihnachtsbaum-Schonung und selbst geschlagen, dann hier aufgestellt und geschmückt und noch steht er hier. Er erfreut mit seinemLichterglanz und hat mich heute gestoppt. 
Denn: Fast hätte ich heute schon wieder losgelegt, dann sah ich den Baum an und dachte: es sind Ferien. Lass dich ruhig mal ein auf eine ruhige Zeit.

Oft geht hier in Deutschland am 2. Januar schon voll der Alltag wieder los, ist Schulstart, wird alle Arbeit wieder aufgenommen. Doch ist es noch nicht soweit.
Noch sind Rauhnächte. Die Nächte und Tage zwischen 24. Dezember und 5. bzw. 6. Januar, in denen traditionell Haus und Hof geräuchert werden und gereinigt vom alten Jahr. Die Nächte, in denen wir angeblich hellsichtige Träume haben können, kleine Vorausschauen auf das Kommende. Die Differenz-Tage, die sich ergeben zwischen 12 monatiger Sonnenumrundung und 13 Mondzyklen in einem Jahr.  Ich bin erstaunt. Denn ich schreibe in diesem Jahr zum dritten Mal ein Rauhnacht-Tagebuch. Lese die alten Aufzeichnungen und erkenne tatsächlich einiges darin, was sich im Laufe des Jahres als Stimmung, als Qualität so widergespiegelt und ereignet hat. 
Vielleicht sind diese Tage Batterieaufladungs-Tage? Ganz anders als ein ereignisreicher, sonnenreicher, bewegungsintensiver Sommerurlaub. Innehalten und Ruhe-Tage, Wahrnehmungs-Tage, Kuscheltage, Orakeltage, Rückzugs-Tage...? Tage, an denen wir ruhig da stehen sollten wie eine Fichte im Wald. Verwurzelt, in Gemeinschaft, die Kälte in Ruhe hinnehmend, nicht knospen, nicht blühen, nichts (voran)treiben. Und so das Jahr vollenden, einen Jahresring abschliessen, um erst ab nächster Woche einen neuen zu bilden.