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Und wieder heißt es: Auf in die Kirschen!

Ich war heut' in den Kirschen.

So sagten wir das, als ich ein Kind war. Und wenn mich jemand fragt, was mein Lieblingsessen ist, so antworte ich, seitdem ich vor einigen Jahren über die Antwort tatsächlich einmal richtig nachgedacht habe, wahrheitsgemäss: "Kirschen direkt vom Baum".
Das ist pures Glück! Und nur einmal im Jahr für ein paar Wochen möglich. Nämlich genau jetzt.
Kinder lieben es! Und als Erwachsene/r macht man sowas eigentlich nicht mehr (ausser im und am hauseigenen Kirschbaum).
Dabei gibt es ca. tausend sehr gute Gründe dafür, einen "wilden" Kirschbaum zu plündern.
Sieben davon seien hier für euch aufgeschrieben, denn es lohnt sich, nicht nur ein Händchen, sondern tatsächlich ein Körbchen voll zu pflücken!
 
1. Es ist aufregend. Denn anders als beim eigenen Kirschbaum, sofern man einen hat, ist "freie Kirschen" zu pflücken, immer ein bisschen wie etwas Verbotenes tun (selbst wenn man vorher bei mundraub.org nachgelesen hat, welche Bäume wo zu pflücken sind, oder man sicher weiß, dass diese Kirschen jedes Jahr herunterfallen und niemand sie pflückt).
2. Es macht schön! Ich habe noch niemanden gesehen, ob groß, oder klein, der nicht mit leuchtenden Augen nach Hause gegangen wäre. 
3. Es schont die Umwelt: No Plastik, keine Flug- und LKW-Kilometer, kein Kühlhausaufenthalt etc. - direkter als vom Baum geht gar nicht!
4. Es ist gesund und lecker! Und wer jetzt mit dem Maden-Argument kommt, kann entweder in jede Kirsche erst hineinsehen, bevor sie gegessen wird, oder sich an Punkt 5 halten.
5. Es macht mutig und stark, denn man stellt sich mindestens drei Risiken, die Pipi Langstrumpf aus euch machen, oder Lasse aus Bullerbü: ungewaschenes Obst essen (natürlich nicht an einer vielbefahrenen Straße), das Risiko eingehen, Maden mitzuessen, und das, vom Baum zu krachen, weil man doch dringend an die hohen Roten kommen wollte.
6. Es spart Zeit. Denn tatsächlich ist nach nur einer Stunde in der Natur der Kopf wieder frei. Was sonst vielleicht Stunden gedauert hätte, geht danach spielend von der Hand. Und Einkaufen muss man jetzt auch nicht. Wie Philipp Poisel in seinem Lied "Du und ich": Wir tanzen auf den Mauern bis zum Abendrot. Klau'n uns ein paar Kirschen, wer braucht schon Abendbrot?"
7. Es bringt Anerkennung. Denn egal ob ihr ins Büro, zu euren Liebsten, euren Freunden, oder eurer Omi ein paar Kirschen vorbei bringt, alle werden sich freuen und anerkennen, dass ihr an Sie gedacht habt.
 
Also ausprobieren und geniessen.
 
Und wir machen jetzt Kirschpfanne nach altem Rezept