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Ob Beet oder Projekt: Zeit für gute Vorbereitung

Aufbruch, Neustart, Helligkeit. Es geht wieder los! Die letzten Tage haben uns schon Frühling fühlen lassen. Wärmende Sonne im Gesicht, die ersten Frühblüher in Garten, Wald und Wiese.

Als Gärtnerin finde ich dies immer wieder eine erstaunliche Zeit. Nicht nur wegen der knospenden, keimenden, frischen Pflanzen-Energie, sondern auch deshalb, weil ich nie im Jahr so genau sehe, erkenne, welche Strukturen mein Garten hat. 

Zäune, Das Geäst von Sträuchern und Bäumen, Spaliere, Kanten, Umrandungen, Stützmauern- und Stütz-Konstruktionen.... all das ist jetzt noch sichtbarer als im Herbst.
Genau jetzt ist die Zeit, hier noch einmal einzugreifen: Noch können wir, vor der Vogelbrut, Bäume, Sträucher und Hecken einstutzen, noch, vor dem Austrieb der Pflanzen, Kanten setzen und stützende Spaliere bauen oder erneuern usw.

Jetzt ist die Zeit der Vorbereitung, der Beet-Bereitung, der Struktur-Verbesserung und -Erschaffung.

 

Und wie so oft, finde ich das gleiche Phänomen auch in Projekten und Unternehmungen wider:

Wir spüren oder wissen bereits, welche Ideen sich dieses Jahr entfalten möchten, welche Projekte wir angehen werden und wollen, doch ist jetzt auch, stärker denn je, sichtbar, worin wir noch Ordnung schaffen müssen, welche Strukturen es braucht, um die neuen Ideen auch umsetzen zu können. So betrifft der sprichwörtliche "Frühjahrsputz" in dieser Zeit im Büro und in Projekten nicht nur die reine Sauberkeit, sondern bezieht sich oft auch auf ganz praktische und organisatorische Dinge:
Braucht es neue Regale? Eine (neue) digitale oder reale Ordnerstruktur?
Reichen die bisherigen Strukturen und Ressourcen aus, die neuen Projekte auch gut umzusetzen?
In welchen Rollen wollen wir arbeiten?
Worin brauchen wir Unter-Stützung?
Instinktiv bereiten wir das Feld und sorgen für Stützen und Grenzen, um vorbereitet zu sein, wenn unsere Ideen-Saat aufgeht und wenn uns die Tatkraft des Frühlings und Frühsommers packt.

 

Manchmal, wenn ich diese Parallelen ziehe, bin ich verwundert darüber, wie wenig wir diese Zusammenhänge im täglichen Tun in unser Bewusstsein rücken. Und doch sind sie immer da.

Im dritten Jahr meiner Naturbetrachtungen nehme ich mir daher vor, noch stärker den Fokus darauf zu legen, die Zusammenhänge zwischen natürlichen Prozessen und unternehmerischen Tätigkeiten aufzuzeigen. Denn: es gibt sie wirklich: die jahreszeitliche Energie, in der manche Dinge einfach besser geraten, weil sie gerade dran sind. Wenn wir diesen Energien folgen, wird vielleicht tatsächlich das Leben ein Stück leichter. Wie im Garten. Denn wie sagte meine Omi immer: "Wer im zeitigen Frühjahr einmal durch alle Beete geht, hat das ganze Jahr etwas davon."